Alesis Samplepad 4 - Ein echter Geheimtipp
Foto: Amazona

Wer sein Drumset mit elekronischen Sounds erweitern möchte, kommt an Sample Pads oder Triggermodulen nicht vorbei. Eine relativ günstige aber trotzdem gut funktionierende Lösung dafür ist das Samplepad 4 von Alesis. Drums and Beyond erklärt dir, ob es sich lohnt das Samplepad  in dein Set einzubauen.

Bevor wir uns dafür entschieden haben, das Sample Pad 4 von Alesis zu testen, hatten wir im Voraus schon einiges an Gossip gehört und wollten uns deshalb selbst ein Bild darüber machen. Das Samplepad 4 ist ja schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Genau genommen gibt es das kompakte Gerät bereits seit 2015 und der Nachfolger des vorigen Alesis Samplepads wurde bereits des Öfteren ausgiebig rezensiert.

Unter den Rezensenten finden sich sowohl solche, die das Samplepad aufgrund der kompakten Größe und Features sehr mögen aber auch solche, die kein gutes Haar an dem kleinen Kasten lassen. Zu den Gründen dafür kommen wir später. Da wir eine Lösung für das Problem gefunden haben, dass viele Rezensenten angesprochen haben, konzentrieren wir uns erstmal darauf, die guten Seiten des Samplepads hervorzuheben.

Sub-Bass-Drops für Metalcore und Hardcore

Das Alesis Samplepad 4 ist der kleinere Bruder des Samplepad Pro, reicht aber für die meisten Anforderungen aus. Was möchte ein Drummer mit so einem Samplepad überhaupt machen? In den meisten Fällen soll einfach das vorhandene Akustik Drumset mit elektronischen Sounds erweitert werden.

Das ist im Hardcore- und Metalbereich auf jeden Fall der allseits bekannte „Bass Drop“.  Eine Sub-Bass-Rutsche, die den Breakdown-Part eines Songs einleitet und zu mehr Druck verhelfen soll. Das Samplepad kann aber durch den vorhandenen SD-Karten-Steckplatz mit allen möglichen Sounds erweitert werden und ist somit nicht auf ein bestimmtes Genre beschränkt. Ob es eine Side-Snare, ein China-Becken oder eine kleine Synthesizer-Melodie spielen soll, entscheidet einzig und allein der Drummer, der es nutzt. Stilistisch sind hier keine Grenzen gesetzt.

USB-Midi-Schnittstelle zur Verbindung mit der DAW

Es ist durch die USB-Schnittstelle sogar möglich, das Samplepad per USB mit dem Rechner zu verbinden und mit beispielsweise Ableton zu verbinden. In so einem Setup können per USB-Midi verschiedene Befehle zur DAW gesendet werden. Es können zum einen Start/Stop Befehle gesendet werden um Backing-Spuren zu triggern oder in Echtzeit Drum-VST-Plugins wie EZDrummer oder andere angespielt werden.

Zusätzlich bietet das Alesis Samplepad 4 auch in dieser kleinen Version die Möglichkeit, ein zusätzliches Dual-Zone Trigger-Pad anzuschließen. So kann beispielsweise die Kickdrum mit einem Triggermikrofon abgenomen und durch ein Kick-Sample ersetzt werden.

Da wir davon ausgehen, dass die meisten Drummer die sich für das Samplepad interessieren, bereits die anderen Berichte und Tutorials gelesen haben, die sich im Netz tummeln, möchten wir hier kurz beschreiben wie wir das Samplepad benutzen und was wir daran gut finden und was nicht.

Wie ich das Alesis Samplepad 4 nutze

Um es kurz zu fassen – Ich nutze das Samplepad in einer Hardcore-Band als Sampleplayer-Upgrade an einem Akustik Drumset. In den externen Triggereingang des Samplepads habe ich ein zusätzliches E-Drum-Pad angeschlossen, welches auf einem alten Galgen-Beckenständer montiert, zwischen High-Tom, Floor-Tom und Ride-Cymbal platziert ist.

In diesem Setup fühlt es sich beim Spielen so an, als wäre das zusätzliche E-Drum-Pad ganz gewöhnlicher Bestandteil des Akustik-Drumsets. Auf dem zusätzlichen Pad ist natürlich der Sub-Bass-Drop platziert. So kann ich schön, während ich Fills auf den Toms spiele, mit einem Hit auf dem E-Drum-Pad landen und den Breakdown mit dem Sub-Bass einläuten. Funktioniert super.

Das Samplepad4 als solches habe ich auf einem anderen modifizierten Beckenständer rechts neben der Floortom platziert. Passend zum Samplepad habe ich eine Bodenplatte am Gerät montiert, die mir die Möglichkeit gibt, ein kleines Rohr mit einer Doppelklemme zu verbinden. Hier ist dann eine Seite der Multiclamp am Beckenständer und die andere am Samplepad befestigt. Insgesamt habe ich nun also 5 Triggerpads, die ich mit externen Sounds belegen und anspielen kann.

Nicht mehr als 12MB innerhalb eines Kits

Diese 5 vorhandenen Pads haben wir allerdings nicht mal ausgenutzt und zwar aus folgendem Grund. Auch wenn es über die SD-Karte die Möglichkeit gibt, Karten mit bis zu 32GB Speicherkapazität einzulesen, gibt es doch eine Größenbeschränkung innerhalb eines Kits, das geladen werden kann.

Ein Kit kann also nur maximal 12MB an Samples beinhalten, andernfalls gibt das Samplepad eine Fehlermeldung heraus. Zu unserer Samplebelegung: Pad 1 – Intro eines Songs (knapp eine Minute), Pad 2 – Sirene, Pad 3 – Robovoice, externes Edrum-Pad – Subbass-Drop. Wir haben also ein Pad frei und nicht belegt, weil das Intro so lang ist.

Nun könnte man denken, nehmen wir doch für das Intro einfach ein neues Kit, dann haben wir ja wieder 12MB frei. Ja, ist richtig. Allerdings kommen wir da schon zu dem zweiten Punkt, der uns beim Samplepad 4 nicht so gut gefällt. Die Ladezeiten von Kit zu Kit sind unfassbar lang. Wenn wir also einen Song mit dem Intro aus einem Kit beginnen möchten, im selben Song dann aber das Kit wechseln möchten, da in einem anderen Kit die anderen Sound sind, die wir für den Song benötigen, kommen wir an die Grenze des Live machbaren.

Innerhalb eines Songs das Kit zu wechseln trauen wir uns live einfach nicht. Zu groß ist doch die Angst davor, das Samplepad könnte nicht vollständig geladen haben, bevor wir den nächsten Sound anspielen. Zwischen 2 Songs mit einer gewissen Pause, ist es durchaus möglich das Kit zu wechseln, Nervenkitzel inklusive.  

Sensitivität der Pads ganz runter um Fehltrigger zu vermeiden

Es empfiehlt sich zudem im Livebetrieb die Sensitivität der Pads komplett runter auf 1 zu schrauben, da sonst durch die Vibrationen des Sets oder des Basses der PA die Pads ungewollt getriggert werden könnten. Dies war bei uns der Fall. Immer wenn unser Drummer auf die Kick getreten hat, kam es zu Fehltriggern der anderen Pads. Mit Sensitivität auf 1 ging das dann aber doch ganz gut.

Obwohl wir das Menü ziemlich hässlich finden und die einzigen 4 Tasten mit denen es bedient werden kann auch für kurze Verwirrung gesorgt haben, gingen Einstellungen wie Sensitivity oder Volume der einzelnen Sampleslots doch sehr einfach von der Hand. Dabei sei kurz angemerkt, dass natürlich keiner von uns jemals auch nur einen Blick ins Manual geworfen hat. Also ist das Menü doch nicht so schlimm wie alle immer sagen, denn wir konnten während des Soundchecks auf der Bühne ohne Anleitung alle relevanten Einstellungen sofort finden und anpassen. Nur Speichern nicht vergessen! (So wie wir.. Anm.d.R.)

Wie das bekannte Brummen vermieden werden kann

Kommen wir nun zu dem Punkt, den alle anderen Rezensenten durch die Bank weg ankreiden. Wenn das Samplepad 4 über die normalen Outputs mit der PA verbunden wird, kommt es zu einem relativ starken Brummen. Es klingt im ersten Moment wie ein klassisches Erdungsbrummen. Also fix eine DI-Box drangeklemmt und weiter geht’s. Pustekuchen, brummt immer noch genau so laut wie vorher ohne DI-Box.

Wir hatten den Mono-Output links genutzt, also kurzerhand den rechten Output Mono probiert, selbes Resultat. Ein ekliges Brummen das nun doch nicht mehr wie ein Erdungsbrummen klingt, sondern eher wie eine mangelhafte Verlötung innerhalb des Samplepads. Irgendwas stimmt da mit dem Output nicht. Das ist auch genau das, weshalb viele erst begeisterte Nutzer des Samplepads das Teil wieder zurückgegeben haben. Eigentlich sollte solch ein schwerwiegender Fehler doch bei einem Hersteller wie Alesis nicht auftreten.

Kein Brummen auf dem Phones-Ausgang!

Da wir aber nun schon auf der Bühne beim Soundcheck waren, ging es ans herumexperimentieren und improvisieren. Über Kopfhörer sind uns nie Störgeräusche aufgefallen, also haben wir kurzerhand den Kopfhörerausgang genutzt.

Vom (Stereo-) Phones-Ausgang sind wir mit einem Mono-Klinkenkabel in eine (Mono-) DI-Box gegangen und von dort mit einem XLR-Kabel zum FOH. Kein Brummen mehr! Wie auch immer das Samplepad intern verlötet ist, aber der Kopfhörer-Ausgang brummt nicht. Wer also das gleiche Problem hat und das Samplepad deshalb nicht live benutzt oder gar wieder zurück geschickt hat, weil es brummt – sollte das ausprobieren. Wir hatten so einen kristallklaren Sound, ohne jegliche Störgeräusche, Brummen oder sonstiges Rauschen über eine (ordentlich laute) PA.

Live-tauglich mit diesen Tipps

Das Samplepad 4 ist also bei weitem kein nutzloses Stück Plastik fürs Kinderzimmer, sondern ein durchaus live-taugliches Musikinstrument, mit dem der geneigte Drummer sein Akustik-Drumset um eigene Sounds erweitern kann.

Wichtige Facts zum professionellen Betrieb des Alesis Samplepad 4:

  • SD-Speicherkarte nicht größer als 32GB, gerne nur so groß wie es unbedingt sein muss, um unnötig lange Ladezeiten zu verhindern.
  • SD-Karte muss im Dateisystem FAT32 formatiert sein, andernfalls wird die Karte nicht erkannt.
  • Die Samples müssen in 44.100kHz, 16bit, mono, .wav Dateien im Root-Verzeichnis der Karte abgelegt werden. Es dürfen keine Ordner auf der Karte sein.
  • Die Dateienamen der Sampledateien dürfen keine Sonderzeichen enthalten und dürfen nicht länger als 8 Zeichen lang sein. Überlegt euch vorher aussagekräftige Dateinamen, da es im Menü oft schwierig ist, die verschiedenen Samples durch den Dateinamen zu unterscheiden.
  • Nutzt im besten Fall das Sample-Converter-Utility von Alesis. Damit könnt ihr einfach per Drag & Drop eure Samples ins richtige Format konvertieren bevor ihr sie auf die SD-Karte schiebt.
  • Setzt die Sensitivity der einzelnen Pads herunter auf 1 (die kleinste Stufe) um Fehl-Trigger zu vermeiden.
  • Gleicht vor der Live-Show die einzelnen Lautstärken der verschiedenen Samples innerhalb eines Kits aufeinander ab um böse Lautstärke-Überraschungen zu vermeiden.
  • Belegt die Samples in einem Kit so, dass ihr alles was ihr für einen Song braucht, in einem Kit zusammen habt. Kit-Wechsel dauert mitunter sehr lange und die langen Ladezeiten machen es unmöglich innerhalb eines Songs das Kit zu wechseln.
  • Der externe Triggereingang ist ein Dual-Zone Triggereingang. Mit einem Doppel-Klinken-Adapter könnt ihr also sogar 2 externe Pads zusätzlich anschließen. Überlegt euch, wo in eurem Set ein passender Platz für externe Pads ist, damit ihr sie live wie gewohnt natürlich erreichen könnt.
  • Macht euch vor der ersten Live-Show mit dem Menü vertraut, damit ihr nicht so blöd ausseht wie wir bei unserem ersten Live-Test. Und denkt unbedingt daran, nach Änderungen auch zu speichern!
  • Nutzt auf jeden Fall immer den Kopfhörer-Ausgang um das Samplepad mit der PA zu verbinden. Geht von dort, über eine DI-Box zum FOH und es gibt keine Störgeräusche. Der Phones-Ausgang hat genau wie der eigentliche Output einen extra Lautstärkeregler. Es gibt aus unserer Sicht also keinen Unterschied zum eigentlichen Output.

Fazit – Günstig und gut

Alles in allem ist das Alesis Samplepad 4 für aktuell 154 Euro also ein wahres Schätzchen, für alle Drummer die ihr Akustik-Drumset um ein paar externe Sound erweitern wollen, aber nicht den Schritt zum nächstgrößeren Samplepad Pro oder gar zum wesentlich teureren SPD-X von Roland gehen wollen.

Für diesen kleinen Preis ist das Alesis Samplepad 4 mit unseren genannten Tipps und Tricks ein unfassbar gutes Upgrade und absolut live-tauglich.

DAB/hmo

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