Mudhead Drummer Takki im Interview mit Drums and Beyond
Takki, Drummer der Thrash-Hardcore band Mudhead, spricht bei uns über Dinge.

Wenn es eine Band gibt, die sich sprichwörtlich den Arsch abspielt, dann ist es vermutlich die Combo Mudhead. Die 4 Jungs aus Rotenburg Wümme spielen eine abgefahrene Mischung aus Thrash, Punk, Hardcore und Crossover. Davon, dass diese Mischung gut funktioniert, konnte ich mich bereits des öfteren überzeugen. Das erste Mal kam ich nichts ahnend auf ein Iron Reagan Konzert und die Vorband kannte ich nicht.

Dann stieg Mudhead als Opener auf die Bretter und es war sofort klar, wo die Reise hin ging – Mit Vollgas nach vorne! Mit viel guter Bühnenaction und tightem Spiel, stehen die Jungs den nachfolgenden Iron Reagan in nichts nach. Neben allen Beteiligten der sympathischen Combo, hat natürlich der Drummer mein besonderes Augenmerk.

Fabio aka Takki sitzt nicht nur an seinem Set und spielt sein Zeug runter – Takki geht steil. Etwa zwei 2 Jahre nach diesem Gig, darf ich ein Interview mit ihm fürs Drums and Beyond Mag führen. Darin wird eins nochmal etwas klarer, Takki hat die Sympathie mit Löffeln gefressen.

Lest hier unser exklusives Interview

DAB: Moin Takki, schön dass du dir Zeit für uns nimmst. Erzähl mal, wer bist du und was machst du?

Takki: Moin, sehr gerne! Ich bin Fabio, einigen vielleicht eher als Takki bekannt. Ich bin 26, komme aus Rotenburg Wümme und trommel bei der Crossover Thrash/Hardcorepunk Band Mudhead.

DAB: Wie bist du zum Schlagzeug spielen gekommen?

Takki: Das Schlagzeug fand ich schon immer interessant. Ein Kindergartenfreund hatte damals eins und da durfte ich ab und zu mal drauf spielen, fand es aber viel cooler ihm dabei zuzusehen. Mit ihm ging ich auch noch zur Grundschule und lernte in dieser Zeit grob die Basics – Bum Zack Bum Bum Zack Tsch!

Interesse war immer da, aber meine Eltern wollten es wahrscheinlich nicht erkennen, weil sie wussten dass es laut und teuer werden könnte.

DAB: Und wann hast du dann tatsächlich angefangen zu spielen? Hattest du jemals oder hast du aktuell noch Unterricht?

Takki: 2009 habe ich auf einem Metalfestival bei uns in Rotenburg den Schlagzeuger einer lokalen Death-Metal Band kennengelernt. Wir freundeten uns an und er nahm mich mal mit zum Unterricht, wo ich wenig später anfing regelmäßig für zwei Jahre Unterricht zu nehmen. Als 15-jähriger war ich schon voll im Metal und Punk vertieft.

Dementsprechend wollte ich auch erstmal nur sowas spielen und hatte Glück, dass ich bereits bei meiner dritten Unterrichtsstunde das Thema Doppelfußmaschine hatte. Und ich habe damals eigentlich nur versucht typische Metal/Punksachen zu spielen. Halt den Scheiß, den man die ganze Zeit hört. Alles was in irgendeiner Form mit Metal, Hardcore oder Punk zu tun hatte war gut, alles andere Scheiße. Demnach würde ich fast schon sagen, dass dies die Richtungen sind, die mir am ehesten liegen bzw. mir am meisten Spaß machen zu spielen.

Seit Januar 2019 nehme ich wieder 1 Mal die Woche Einzelunterricht. Die 45 Minuten bringen mir super viel.

DAB: Und dann kam wahrscheinlich auch bald die erste Band, oder? Wie kam es zu der Begegnung mit Mudhead?

Takki: Erste Banderfahrungen machte ich gefühlt auch irgendwann dann. Damals versuchte ich mit ein paar Freunden eine Deathcore-Band zu gründen, wobei keiner ansatzweise die Skills am jeweiligen Instrument dafür hatte – egal, hat Spaß gemacht!

Später gründete ich mit zwei anderen Freunden eine Nu-Metal/Hardrock/Core- kein Plan Band namens „Zeitriss“, woraus irgendwann „Enemy To Go“ wurde. Wir haben in 4 Jahren 10 Gigs gespielt und sind eigentlich gar nicht aus der Stadt rausgekommen – egal, hat Spaß gemacht!

Irgendwann sah ich in unserer örtlichen ROW-HC- Gruppe einen Post von „Kante Mud“, dass für ein neues, bestehendes Projekt ein Schlagzeuger gesucht wird. Alles weitere lief recht klassisch ab glaub ich. Getroffen, geprobt, Bier getrunken, passt.

Songwriting und kreativer Prozess

DAB: Wie sieht euer Songwriting bei Mudhead aus und in welcher Weise bist du als Drummer im Songwriting-Prozess involviert?

Takki: Bei Mudhead ist es meist so, dass einer der Jungs bei den Proben von einem neuen Riff erzählt an dem er tüdelt und das er mal fertig machen will. Kurze Zeit später kommt dann meist eine Nachricht, dass eine Guitar Pro Demo in unserer „Mega“ sei und wir die doch mal checken sollten. Das tut dann meist auch jeder und gibt dann seinen Senf dazu.

Dann üben wir uns zu Hause die Sachen rein und proben die dann bei der nächsten Probe. Die Demos beinhalten meist schon ein programmiertes Schlagzeug, was eine grobe Richtung vorgibt. Daran orientier ich mich häufig und tüdel mir was zurecht.

Viel kommt aber auch von Berry, der wirklich krasse Ideen hat bzw. Sachen schreibt. Ich bin vielleicht noch nicht der beste Drummer. Ich kann das was ich kann, aber ich bin lernbereit und hab vor allem Spaß an der Sache.

DAB: Ihr übt also die vorprogrammierten Ideen zu Hause alleine für euch, bevor ihr sie im Proberaum zusammen spielt. Das ist wohl eine der besten Herangehensweisen, denke ich. Und irgendwie ist es als Drummer ja auch schön, sich in vorhandene Sachen einzufinden und sein Ding draus zu machen.

Was für ein Set spielst du denn aktuell und mit was für einem Set hast du damals angefangen?

Takki: Aktuell spiele ich bei Mudhead ein Tama Superstar Hyperdrive in 22“,12“ und 16“. Dazu eine alte 14“ x 6,5 Tama Messing Snare. Becken sind 14“ Meinl Soundcaster Custom Powerful Hihat, ein 17“ Stagg DH Crash, ein 18“ Stagg Exo Crash und ein 20“ Meinl MB20 heavy Ride. Dazu eine Tama Iron Cobra Doppelfußmaschine mit ACD Unlimited Ultimative Driveshaft, welche absolut empfehlenswert ist und generell Hardware von Tama und Yamaha.

An Zubehör kommen noch SKB Hardwarecases für Hardware, Becken und Snare und Taschen für Kessel dazu. Ich nutze Vater 7A Manhattan Sticks und folgende Felle: Evans EMAD auf Kick, Evans G2 Snare und ebenfalls Evans auf Toms. Das Set spiele ich seit 2017, davor hatte ich ein Sonor 101 irgendwas. Davor war es eins von Fame, glaube ich. War auch gleichzeitig mein erstes.

Frage und Antwort

DAB: Hast du zu Hause ein Edrum-Set oder ein Akustik-Set zum Üben stehen?

Takki: Zu Hause übe ich auf einem E- Drumset.

DAB: Worauf kommt es dir beim Drumming stilistisch an?

Takki: Amtliches, abwechslungsreiches Geballer ist mir am Liebsten. Muss dabei nicht das Krasseste sein. Hauptsache gut reinkloppen und Tightness.

DAB: Hast du Lieblingsdrummer oder zumindest einige Namen, die du verfolgst?

Takki: Schwer zu sagen, habe ich so glaub ich nicht. Welche ich mir oft auf Youtube angesehen habe sind Travis Barker, Joey Jordison, Guido Zima, Dave Bland, Markus Matzinger und Jon Rice.

DAB: Übst du nur unter der Woche mit der Band im Proberaum oder übst du auch zu Hause auf deinem E-Drumset?

Takki: 1 Mal die Woche ist auf jeden Fall Probe mit allen im Proberaum. Zu Hause übe ich ganz unterschiedlich. Mal mehr mal weniger, aber meist so 2 bis 3 Mal die Woche.

DAB: Können andere Bands dich als Tour-Drummer buchen? Hättest du Bock drauf, bei anderen Bands mal aus zu helfen?

Takki: Es würde mich ja sehr ehren mal so eine Anfrage zu bekommen. Wenn’s irgendwie machbar ist, würde ich das natürlich auch machen, ja.

DAB: Arbeitet ihr bei den Aufnahmen für Mudhead mit Samples oder Triggern? Wie stehst du generell zum Thema „Drums triggern?

Takki: Die „Get Mud“ EP wurde komplett von Berry programmiert. Die „Mindfuck“ EP habe ich eingespielt. Da wurde aber hinterher mit Samples gearbeitet.

Zum Thema „Drums triggern“ habe ich weder einen großartigen Bezug, noch einen besonderen Plan von den ganzen Triggermöglichkeiten.

Hardcore – Background?

DAB: Wie bist du zum Hardcore gekommen und was bedeutet HC für dich?

Takki: Hardcore habe ich mit 14/15 Jahren entdeckt. Da davor schon Punk interessant war denke ich, dass ich darüber zum Hardcore gekommen bin. Für mich ist Hardcore eine Szene die klar linksorientiert und antifaschistisch auftritt und handelt.  

Es ist eine Szene die krass zusammenhält und für einander da ist, bestehend aus Menschen, die sagen was die denken. Habe mich dort immer wohl gefühlt, auch wenn ich mich nicht als wirklich als zugehörig gefühlt habe.. auch wenn sich das vielleicht doof anhört.

DAB: Was ist für dich das Hauptmerkmal am Hardcore-Drumming?

Takki: Straight ins Gesicht ohne viel Rumgetüdel.

DAB: Du sagtest anfangs, du hast mit Punk und Metal angefangen. Gab es damals noch andere Genres und welches davon macht dir am meisten Spaß zu spielen?

Takki: Wirklich aktiv angefangen Musik zu hören habe ich so mit ca. 12 Jahren, glaub ich. Damals noch viel Hiphop. Irgendwann kam dann der Punk/Metal und da auch das Schlagzeug spielen. Wie schon gesagt, habe ich hauptsächlich Punk/Metal- Sachen gespielt, was mir glaube ich auch am meisten Spaß gemacht hat.

Aber Hiphop zu spielen macht mir auch viel Spaß. Da hätte ich tatsächlich mal Lust musikalisch etwas zu machen, falls hier jemand Zeit und Bock hat!

DAB: Das ist jetzt witzig. In meinem letzten Interview mit Tim Bremer von Brothers in Arms hat Tim den selben Wunsch geäußert. Vielleicht solltet ihr mal telefonieren.

Was war das schlimmste, was dir jemals auf der Bühne als Drummer passiert ist?

Takki: Was wirklich Schlimmes ist mir noch nicht passiert. Ich habe mal meine Sticktasche nach einem Gig im Laden vergessen, was ich leider erst beim nächsten Gig 30 Min. vorm Auftritt gemerkt habe. Das war ein bisschen nervig, konnte mir aber noch rechtzeitig welche organisieren.

DAB: Achtung Standard-Frage. Nenn uns 3 deiner Lieblingsplatten was das Drumming betrifft. Egal wie alt, egal welches Genre.

Takki: Slipknot – Slipknot, Misery Index – Heirs to Thievery, Implore – Subjugate. Ich weiß, nicht wirklich Hardcorelastig.

DAB: Gute Auswahl. Muss ja nicht Hardcore-lastig sein. Ich finde es ist gut, sich auch aus anderen Genres zu bedienen.

Wir hatten vor einiger Zeit einen Artikel über typische Wesenszüge von Drummern veröffentlicht. Bist du auch so ein typischer Schlagzeuger, der immer und überall mit den Füßen wippt oder irgendwo drauf rum haut?

Takki: Bei meinem Abschluss in der Realschule hat mein Klassenlehrer mir erzählt, wie sehr sich die anderen Lehrer und vor allem mein Mathelehrer über mich im Lehrerzimmer aufregten, weil ich immer auf den Tischen trommelte und mit den Füßen nicht stillhalten konnte. Wenn ich allerdings heute zu Hause am Esstisch sitze und irgendwas mitspiele, wird es für meine Füße manchmal gefährlich, weil mein Kater mir dann in die Füße beißt.

DAB: Welche Art von Monitoring ist dir live am liebsten und nutzt du In-Ears im Proberaum?

Takki: Live habe ich am liebsten einen vernünftigen Monitor wo ich Gitarre, Bass und Gesang gut hören kann. Oder der Laden ist so klein, dass ich alles direkt aus den Boxen höre. Das ist auch gut. Im Proberaum nutze ich In-Ears nur zur Vorbereitung für Aufnahmen, sonst nicht.

DAB: Nenn uns doch zum Schluss noch die Platte, bei der du als letztes vom Drumming so geflasht warst, dass du sie immer wieder gehört hast oder aktuell noch hörst.

Takki: Ganz aktuell Cremations – Dissolution of Ballance.

DAB: Oh ja, Cremations sind mir ein Begriff. Die Jungs legen gut vor! Sollte sich auch jeder mal live geben.

Takki – Vielen lieben Dank für deine Zeit und deine Antworten. Ich denke, die Leser konnten einen Einblick von dir und deiner Band bekommen. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß, Erfolg, gutes Publikum und kaltes Bier!

Takki: Danke Heiko. Ich möchte mich zum Schluss auch noch bei dir für dein Interesse und das Interview bedanken. Es hat mir Spaß gemacht die Fragen zu beantworten! Ich hoffe wir sehen uns bald mal irgendwie irgendwo!


Das war unser Interview mit Mudhead-Drummer Takki. Wenn ihr die Möglichkeit habt Mudhead irgendwo live zu sehen, geht unbedingt hin. Die Jungs machen einfach nur Spaß!

Hier noch einige Infos und Links zur Musik von Mudhead:

Pizza Squad

Psychic Tantrum

Brainfart

Alle Fotos sind von Takki´s Facebook Profil.

DAB/hmo

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