SJC Custom Drums sind mehr als eine Alternative zu Drums von der Stange
Foto von SJC Drums Facebook Page

Wenn man SJC Drummer danach fragt warum und weshalb sie die Marke spielen die sie spielen, antworten sie mit langen Ausführungen darüber, was Custom Drums von „normalen“ Drums von der Stange unterscheidet. Oftmals werden diese mit Herstellern verglichen, die seit Jahrzehnten oder sogar noch länger am Markt etabliert sind.

Viele weltberühmte Schlagzeuger schwören auf die großen, altbekannten Namen und man sieht sie auch immer noch auf großen sowie kleinen Bühnen dieser Welt. Und der Erfolg gibt ihnen natürlich Recht. Nicht umsonst sind es die bekannten Hersteller, die eine sehr lange Tradition haben und Weltklasse-Drummer endorsen.

Ob es um die Hardware geht, die, glaubt man den jeweiligen Vertretern der Marken, unkaputtbar ist, oder die Kessel die dem Drummer die Möglichkeit geben den Sound zu finden, den sie immer schon gesucht haben. Hat man als Drummer einmal diesen „Aha-Effekt“ erlebt und hat sein Traum-Set eines bestimmten Herstellers gefunden, so wird sich das im Laufe des Drummer-Lebens in den seltensten Fällen noch einmal ändern.

Custom Drums – Für jeden das was er möchte

Heutzutage ist es jedoch nicht mehr nur an den großen Namen der Drum-Hersteller diese „Aha-Erlebnisse“ zu liefern. Immer mehr kleinere Firmen sprießen aus dem Boden und bieten Drummern Custom-Drums, die sich jeder auf seinen Wunsch hin so anfertigen lassen kann, wie er es möchte.

Kesselgrößen, Finish, Material und Holzart, Gratung oder Materialdicke, alles kann auf den genauen Wunsch des Drummers speziell für ihn angefertigt werden. Mittlerweile gibt es weltweit immer mehr dieser Custom-Drums-Hersteller und obwohl ihnen die vorher genannte langjährige Tradition fehlt, können sich viele von ihnen auf dem Markt etablieren und erfreuen sich steigender Beliebtheit seitens der Drummer.

Eine dieser Firmen, die sich seit einigen Jahren am Markt etablieren konnten ist SJC Custom Drums aus den USA. Das SJC unter den Custom Drum-Herstellern aktuell der bekannteste ist, kommt nicht von ungefähr. Hinter der Marke verbirgt sich eine große Menge Enthusiasmus, Know-How und Herzblut der beiden Ciprari Brüder.

Scott Ciprari spielte Ende der Neunzigerjahre in Punkbands und fand Gefallen daran, alte Drumsets die er auf Dachboden fand im Haus seiner Großmutter zu restaurieren. In einer kleinen Ecke dieses Hauses in Dudley, einem kleinen Ort in Massachusetts, hat Scott Drums sein Handwerk perfektioniert und lokale Bands mit seinen restaurierten Schlagzeugen versorgt.

SJC – Punkrock Marketing das sich von anderen abhebt

Mitte 2000 kam immer öfter sein Bruder Mike dazu und beobachtete ihn dabei, wie er aus alten schrottigen Schlagzeugen, freshe und heiß begehrte Drumsets baute. Mike bewunderte Scott´s Kreativität und half ihm dabei den Verkauf und das Marketing anzukurbeln. Er sprach bekanntere Bands aus dem Freundeskreis der Brüder an und vermittelte ihnen Scott´s liebevoll hergestellten Custom-Drums.

Die ersten Bands die so in den Genuss kamen die ersten SJC Drums zu spielen, waren The Aquabats, Strike Anywhere und A Wilhelm Scream. Die Ciprari Brüder wollten nie eine Marke daraus machen. Sie wollten immer nur den Drummern etwas geben, das sie woanders nicht bekamen und sie nicht wie Kunden behandeln, sondern als eine große Familie. So gab es bis zu diesem Zeitpunkt auch weder einen Firmennamen noch ein Logo.

Gegen Ende 2000 änderte sich das aber. Das SJC Logo entstand und Mike richtete sich ein kleines Büro im Schlafzimmer ein. Von dort aus versuchte er, die SJC Drums seines Bruders einem größeren Kreis vorzustellen. Mike besuchte Konzerte, schlich sich in den Backstage und sprach mit Drummern und anderen wichtigen Leuten, die sich nun mal Backstage so rumtreiben. So lernte er in 2001 Kevin Lyman kennen. Lyman ist nicht nur einer der Mitbegründer des Lollapalooza Festivals, sondern veranstaltet seit 1995 das seit Jahren die weltweit stattfindende Vans Warped Tour. Dass Mike nun schon mal mit Lyman gesprochen hatte, wird sich zu einem späteren Zeitpunkt noch als nützlich erweisen.

Die Ciprari Brüder haben ihre Wurzeln im Punkrock, so ist es also nicht verwunderlich, dass man bis heute viele bekannte Bands aus der Punkrock-Szene mit SJC Drums auf der Bühne sieht. Um das Jahr 2003 war Mike Ciprari mit seiner Band „No Trigger“ selbst viel auf Tour und verbreitete weiterhin SJC Drums und zeigte sein Drumset, das sein Bruder Scott ihm gefertigt hatte.

Custom Drums – Custom Lifestyle

Während Mike mit „No Trigger“ unterwegs war, ging Scott auf die University of southern Maine um dort Musik zu studieren. Er pendelte also täglich zwischen Portland und Dudley um weiterhin neben dem Studium an seinen Drums zu arbeiten und SJC weiter auszubauen. 2004 reichte das allerdings nicht mehr aus, denn SJC wuchs stetig und wurde größer. Es wurden die ersten Mitarbeiter eingestellt, Schulfreunde und Bekannte aus der Szene halfen den Ciprari Brüdern dabei, SJC auf das nächste Level zu heben und mithalten zu können.

Mitte 2004, man kann es nicht anders sagen, haben sich die Brüder immer wieder mit einem kleinen selbstgebauten Stand ins Backstage der Vans Warped Tour „genattert“, um den dort anwesenden Drummern ihre SJC Drums vorzuführen. Einige Male hat das geklappt, bevor Lyman sie erwischte und sie vom Gelände geschmissen wurden. Die paar Male reichten aber, um einige Drummer von der Qualität und dem Sound ihrer SJC Drums zu überzeugen.

Nachdem Mike´s Band „No Trigger“ in 2005 vom Label „Nitro Records“ gesigned wurden, konnte die Band noch mehr Shows spielen und Mike´s SJC Drumset einem noch größeren Publikum zeigen. Mittlerweile auch in Übersee. So kam es dann in 2006, dass der kleine Musikladen „Sound Attak“ in Großbritannien SJC Drums importierte und in seinem Geschäft in Colchester, England verkaufte. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Brüder zogen aus dem Haus der Großmutter aus und bezogen eine große Halle in derselben Straße in Dudley.

SJC Drums – In großen Schritten Richtung Erfolg

Die Band „Panic At The Disco!“ war mittlerweile ein Kunde geworden und als die Band 2006 bei den MTV Video Music Awards auftrat, entwickelte sich ein regelrechter Hype um SJC Drums, denn das Logo war klar und deutlich auf dem Resonanzfell von PATD-Drummer Spencer Smith zu sehen. Nach einigen Auszeichnungen als bester Custom Drum-Hersteller konnte SJC 2008 das erste Mal mit einem eigenen Stand an der NAMM-Musikaustellung in Anaheim, Kalifornien teilnehmen.

Ein weiteres Highlight für SJC war, als Charles Hayes zusammen mit Lady Gaga und Elton John bei den Grammys zu sehen war. Hayes SJC Drumset erlangte mit dem Auftritt die größte Öffentlichkeit, die es jemals für die Gründerbrüder gab. Seitdem folgten nur noch Meilensteine, die SJC bis heute in riesigen Schritten die Aufmerksamkeit brachten, die sie sich nie zu erträumen wagten.

Green Day, Slipknot und Rancid im Kundenkreis

2011 wurde Mike Ciprari Drum-Tech von Branden Steineckart, dem Drummer der kalifornischen Streetpunk-Band „Rancid“. Viele große Namen kooperieren mittlerweile mit SJC, machen damit die Marke bekannter und zeugen von guter Qualität und Durchhaltevermögen der Drums. Seit 2014 ist Green Day-Drummer Trés Cool Mitglied der SJC Familie, genau wie Slipknot-Drummer Jay Weinberg. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass an SJC Drums kein Weg vorbei geht und sie sich am Markt mehr als nur etabliert haben.

Custom Drums – Eine Glaubensfrage

Custom-Drums sind in aller Munde und SJC ist zwar aktuell eine der bekanntesten und beliebtesten Custum-Drums-Marke, aber bei weitem nicht die einzige. In vielen verschiedenen Ländern gibt es Hersteller, die Custom-Drums nach den Wünschen der Kunden fertigen. Jeder Drummer kann nun selbst entscheiden, ob er sich nur aufgrund einer jahrzehntelangen Tradition für eine Marke entscheidet, die sich in zig Jahren Rockgeschichte in die Köpfe eingebrannt hat oder nicht.

Die Vorstellung, dass die Drums die ich spiele speziell für mich in Handarbeit und mit Liebe zum Detail hergestellt wurden, erzeugt schon ein ganz besonderes (Spiel-)Gefühl.

SJC Drums sind mittlerweile auch bei uns in Deutschland zu haben. Thomann hat einige Modelle im Angebot. Dabei werden Modelle wie das „Pathfinder“ nicht mehr in den USA hergestellt, das „Touring Kit“ hingegen schon.

DAB/hmo

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